DRINKS DESIGN BLUMEN STIFTUNG FASHION URBAN LIFE ARCHITEKTUR FOOD ATELIER KUNST LEKTÜRE RUNDGANG 2021

Wer in Mailand zu Fuß unterwegs ist, geht meistens nicht spazieren, sondern ist in seine Gedanken versunken oder sieht auf sein Handy, den Gehsteig oder die nächste Ampel. Man trachtet danach, so schnell wie möglich von A nach B zu gelangen. Aber wenn man etwas Zeit aufholt, ein paar Minuten vor einer Verabredung, man verliebt ist, oder die Sonne scheint – „... der Himmel über der Lombardei, so schön, wenn er schön ist, so strahlend, so friedvoll“ – nie war Manzoni objektiver –, merkt man erst, dass man sich in einer alten und dynamischen Stadt befindet, der es gelingt, mit der Vergangenheit zu leben, aber immer mit dem Blick auf eine dialektische, eklektische und kultivierte Zukunft, die stets auf Neues ausgerichtet ist. Mailand ist in ständiger Bewegung und im konstanten Wandel, ohne Rast, sachlich, überlegt und rigoros. Beim Spaziergang durch diese Stadt sieht man bekannte Vorwärts, rückwärts, volle Kraft voraus. / Città Studi Die Buchhandlung Cento Fiori wurde 1975 gegründet, in einem anderen Jahrhundert, und ist auf Psychologie spezialisiert (die erste Buchhandlung in Mailand, die sich diesem Thema widmet). Nach einer notwendigen Pause eröffnet sie jetzt mit noch größeren Räumlichkeiten, behält aber das besondere Augenmerk für kleine unabhängige Verlage bei. Es kommt schon vor, dass man wegen des neuesten Bestsellers hineingeht und dann mit einem Stapel von Büchern wieder herauskommt, die man sonst nirgendwo gefunden hätten. Es warten zahlreiche „Mailänder“ Überraschungen auf den Kunden, wie etwas das von Barbara Calanca gezeichnete Logo. Plätze mit neuen Augen oder entdeckt unbekannte Orte zum ersten Mal. Bei jedem Bummel durch die Stadtviertel von Mailand, auch jene am Stadtrand, stößt man auf erstaunliche Dinge. Natürlich sind die bekannten Gegenden von Mailand, der Dom, Santa Maria

delle Grazie, die neue Piazza Gae Aulenti oder die begrünten Hochhäuser ‚Bosco Verticale‘, das Pirelli-Hochhaus (ein nüchternes Beispiel der Moderne), der neue Campus der Universität Bocconi ein Muss, aber es ist auch reizvoll, in weniger frequentierten Straßen das kleine Eiscafé oder die traditionsreiche Buchhandlung, die trotz allem noch überlebt hat, zu entdecken. Als Kenner der Stadt und ohne wissenschaftlichen Ehrgeiz haben wir einige Adressen ausgewählt, um neue – physische und mentale, und wie könnte es anders sein, wenn wir von Mailand sprechen, historische – Orte zu entdecken.


Vorwärts, rückwärts, volle Kraft voraus. / Città Studi

Die Buchhandlung Cento Fiori wurde 1975 gegründet, in einem anderen Jahrhundert, und ist auf Psychologie spezialisiert (die erste Buchhandlung in Mailand, die sich diesem Thema widmet). Nach einer notwendigen Pause eröffnet sie jetzt mit noch größeren Räumlichkeiten, behält aber das besondere Augenmerk für kleine unabhängige Verlage bei. Es kommt schon vor, dass man wegen des neuesten Bestsellers hineingeht und dann mit einem Stapel von Büchern wieder herauskommt, die man sonst nirgendwo gefunden hätten. Es warten zahlreiche „Mailänder“ Überraschungen auf den Kunden, wie etwas das von Barbara Calanca gezeichnete Logo. Piazzale Dateo 5 Tel. 02/36577757

Geheimnisvolle Brunnen

Früher war hier einmal das städtische Schwimmbad Caimi. Auf Wunsch von Andrée Shammah und nach einem Projekt von Michele De Lucchi sind die „Bagni Misteriosi“ entstanden, ein faszinierendes Areal, in dem das ganze Jahr über kulturelle Aktivitäten stattfinden. Während des Sommers sind auch zwei Schwimmbecken geöffnet. Es befindet sich neben dem Theater Franco Parenti und ist ein bei den Mailändern beliebter Ort, auch für private Events.

> www.bagnimisteriosi.com

STADTTEIL P.TA ROMANA + CORVETTO

Raum für Kunst

Die Fondazione Prada stammt aus einem Entwurf des von Rem Koolhaas gegründeten Büros OMA und vereint schon bestehende Gebäude und drei neue Bauten, darunter ein Turm mit neun Stockwerken, in dem sich auch ein Restaurant mit Blick auf die Stadt befindet. Neben der ständigen Sammlug und Sonderausstellungen sollte man sich die ortsspezifische Installation Grotto von Thomas Demand und die von Wes Andersen entworfene Espresso Bar unbedingt ansehen. Es gibt auch einen Workshop für Kinder. Ein weiterer Ausstellungsort der Stadt, das Osservatorio, ist der Fotografie gewidmet. Es befindet sich oberhalb des sogenannten Achtecks der historischen Einkaufspassage Vittorio Emanuele II.

> www.fondazioneprada.org

Unabhängige Zeitschriften

Fotografie, Kunst, Mode, Design, Musik und erotische Literatur in mehr als 250 sorgfältig ausgewählten internationalen Zeitschriften. Reading Room ist ein Treffpunkt für Liebhaber, aber auch für alle, die gerne eine avantgardistische Zeitschrift durchblättern.

> www.readingroom.it

Minimalistische Eleganz

Das edle Atelier von Fabio Quaranta präsentiert Motelsalieri, eine Bekleidungskollektion für Herren und eine Damengarderobe im androgynen Stil, für alle, die eine zeitgemäße Ausdrucksform von Mode, Kunst und avantgardistischer Kultur suchen. Nach Terminvereinbarung.

> www.fabioquaranta.it

STADTTEIL P.TA GENOVA

Verlagshäuser für Design

Die Räumlichkeiten in der Via Savona bieten eine Auswahl an nationalen und internationalen Büchern über Design, Architektur, Kunst, Fotografie, Mode, Grafik ebenso wie vom Verlag herausgegebene Bücher. Dank der früheren Partnerschaft von Corraini Editore mit Bruno Munari wird der Welt der Künstlerbilderbücher für Kinder besonderes Augenmerk geschenkt. Es werden auch andere Artikel und kleine Wohnaccessoires verkauft.

> www.corraini.com

Ein Mode-Silo

In einem ehemaligen Getreidespeicher – daher der Name – der im Auftrag von Giorgio Armani restauriert wurde, hat die berufliche Geschichte des großen Designers ihre Heimat gefunden. Eine thematisch gegliederte Dauerausstellung mit Themen, die noch immer seine Kreationen beeinflussen. Verschiedene Ausstellungsbereiche für Sonderausstellungen, ein Café auf den Innenhof hinaus und ein digitales Archiv vervollständigen dieses Zentrum. Sehenswert.

> www.armanisilos.com

Auf ein Glas bei Bulloni

Eine große Auswahl an Weinen und edlen Likören und einige Tische, um ganz in Ruhe ein Glas Wein zu verkosten und ausgezeichnete Häppchen zu genießen. An der Wand hinter der Theke sind seit 1923 die Werke des futuristischen Malers Enrico Prampolini zu bewundern.

> www.bottiglieriabulloni.it

Weinladen

Die wenigen Tische draußen – und einige im Inneren – sind immer von Gästen besetzt, die gerne ein gutes Glas Wein trinken. La Coloniale ist eine gehobene Enothek mit mehr als 1000 Wein-Etiketten und einem Angebot an gastronomischen Köstlichkeiten. Die richtige Adresse für alle, die nur das Beste suchen.

> www.lacoloniale.com

Hinter den Kulissen der Mailänder Scala

Die Werkstätten-Ateliers der Mailänder Oper sind in einem ehemaligen Industriegebäude der Stahlwerke Ansaldo untergebracht. Ein beeindruckender Komplex, der in drei Pavillons unterteilt ist und genug Platz für die meisten handwerklichen Arbeiten der Bühnenbilder bietet. Hier werden nicht nur 60.000 Kostüme aufbewahrt, sondern es gibt auch Proberäume für den Chor und die Regie. Führungen nach Voranmeldung möglich.

> www.teatroallascala.org/it/ laboratori/ansaldo.html

Eine Kulturbasis

Im Inneren des Ex-Ansaldo, einem der wichtigsten Stadterneuerungsprojekte in Europa, befindet sich Base: 12.000 m2 für Werkstätten, Ausstellungsbereiche, Aufführungen, Workshops, Konferenzen, ein großes Studio und eine Künstlerwohnung. Des Weiteren ein Bistro und casaBase, ein Hotel zu moderaten Preisen, aber mit einem ausgesuchten Ambiente, in dem verschiedene Stile, Vintage-Stücke und Design-Prototypen kombiniert werden.

> www.base.milano.it

STADTVIERTEL TICINESE

Eine Pause zwischen Ruinen

Ein archäologischer Park, in dem die Reste eines römischen Amphitheaters zu sehen sind. Eine Oase der Ruhe, in der man eine Pause einlegen kann. Daran anschließend das Antiquarium Alda Levi (sie beaufsichtigte 1936 die ersten Ausgrabungen), ein ehemaliges Nonnenkloster, heute Sitz der Oberintendantur für archäologische Kulturgüter der Lombardei. Öffentlich zugänglich.

> http://www.parcoanfiteatromilano.beniculturali.it/

Bronzekünstler

Seit vier Generationen werden hier Wohnaccessoires aus Kupfer und Bronze gefertigt. Accessoires für das Bad, Türgriffe und Schilder werden nach Originalen reproduziert oder in großer Stilvielfalt angeboten. Eine Welt aus einer anderen Zeit, die für moderne Wohnungen noch immer attraktiv ist.

> www.caratibronzista.com

Bäckerei „Le Polveri“

In Aurora Zancanaro’s 50 square metre shop, renovated by Marina Sinibaldi, one can enjoy the magic of extraordinary bread making. Here everything is mixed with sourdough and flours produced by small artisan mills. Bread, pizzas on the peel, brioche bread, sweet and savoury biscuits of the highest quality are baked daily. Excellent panettone and colomba.

> www.lepolveri.com > www.marinasinibaldibenatti.com

Religion nach allen Regeln der Kunst

Die Kreuzgänge von Sant’Eustorgio sind ein Symbol der Geschichte der ambrosianischen Kirche. Seit 2016 entstand daraus ein Museumskomplex – dazu gehören die Basilika Sant’Eustorgio, das Museum der Basilika Sant’Eustorgio und das Diözesanmuseum Carlo Maria Martini. Verschiedene Kulturinitiativen, auch zu religiösen Themen.

> www.chiostrisanteustorgio.it

Eine alchemistische Freundschaft

Eine der Vorlieben der Mailänderinnen ist, Steine mit schlichten Ringen zu kombinieren. Die Schmuckstücke von Marta Caffarelli und Viola Naj Oleari sind schlicht, zart und einzigartig. Hinter ihrer Kreation steht eine Erzählung und die Inspiration stammt aus ihrer Umgebung: Natur, Kinder, Worte, Geheimnisse, Tiere, Wurzeln. Atelier VM Gioielli seit 1998.

> www.ateliervm.com

Mehr als nur eine Buchhandlung

Verso ist eine Buchhandlung mit Raum für Workshops und einem angeschlossenen Café, wo man Lesereisen und nette Treffen erleben kann. Der ideale Ort für eine Pause, die Vorbereitung eines Arbeitstreffens bei einem Kaffee, Tee oder einem Glas Wein. Neben den Buchpräsentationen gibt es auch thematische Treffen, Lesungen, Kurse und Kabarett- und Theaterabende.

> www.libreriaverso.com

„La Fiorentina“

Die Spezialität des Hauses ist die Pizzaschnitte – dicker, knuspriger und schmackhafter Teig mit mehr oder weniger Belag, die frisch aus dem Holzofen in Schnitten serviert wird. In einem Ambiente aus den 70er Jahren werden auf der Speiskarte auch selbst zubereitete Gerichte mit ausgewählten Zutaten nach toskanischer Traditionangeboten. Unser Tipp: Vitello tonnato. Seit 1927.

> www.anticapizzeriafiorentina.it

In der „Roten Kirche“

Diese 1932 nach dem Projekt des Architekten Giovanni Muzio gebaute Kirche erscheint in ihrer Ausstattung und in ihrem Stil sehr nüchtern. Seit 1997 befindet sich dort dank der Unterstützung von Dia Art Foundation und der Prada-Stiftung die permanente Installation Untitled, das letzte Werk des Künstlers des Minimalismus Dan Flavin, das er zwei Tage vor seinem Tod 1996 fertigstellte. Besichtigungstipp.

> www.fondazioneprada.org/project/chiesa-rossa/z > www.parrocchiachiesarossa.net

Ideenwerkstatt

Ein winziger Raum mit weiten Kulturperspektiven. Mega ist ein Ort, an dem Kunst, Architektur, Design, Musik, Fotografie, Verlagswesen und Kino im Dialog stehen.

> www.megamegamega.it

STADTTEIL WAGNER

Gio Ponti Archive

Gio Ponti Archives hat seinen Sitz in den Räumlichkeiten, die ehemals das Büro des bedeutenden Architekten waren, in einem von ihm geplanten Gebäude, in dem er auch wohnte, in Via Dezza 49. Hier gibt es eine Datenbank mit dem fotografischen Material des Studio Ponti, das von seiner Tochter Lisa anlässlich der Veröffentlichung ihres Buchs „Gio Ponti, l'opera“ geordnet wurde. Ab 1996 erweiterte Salvatore Licitra es mit neuen Fotos, Karteien und Datensammlungen.

> www.gioponti.org

Aromen aus dem Nahen Osten

Hier gibt es den besten Hamburger in Mailand. Und noch dazu kosher, d. h. mit ausgewählten Zutaten, die auch den jüdischen Speisevorschriften entsprechen. Denzel ist ein kleines, geschmackvoll eingerichtetes Lokal. Eine reichhaltige Speisekarte, auf der es auch Fisch und vegetarische Gerichte gibt.

> www.denzel.it

Trattoria mit Tradition

Tagiura wurde 1963 als Café mit Billardtisch eröffnet. Nachdem sich immer mehr Büros in der Gegend ansiedelten, wurde auch ein Restaurant eröffnet. Zum Aperitif werden Wurst- und Käseplatten, u.a. mit Ziegenkäse, angeboten. Das Abendessen wählt man von der Speisekarte. Zu empfehlen sind Gerichte aus frischen Nudeln und Risotti.

> www.tagiura.it

ZENTRUM

Ein Drink in der Passage

Das Lieblingslokal von Verdi und Toscanini nach dem Theater, von Dudovich und Carrà, die hier bis zum frühen Morgen blieben, und von Re Umberto I, weil es hier „den besten Kaffee der Stadt“ gab. Umberto Boccioni hat es in seinem berühmten Gemälde „Schlägerei in der Galleria“ verewigt. Heute ist es ein Treffpunkt, an dem Geschichte und Kultur verschmilzt, mehr als nur ein Café ist es eines der Wahrzeichen der Stadt mit seinem unverwechselbaren Stil. Unser Tipp: Campari geshaked

> www.caffemiani.it/it/

Die Pfeifen von Noli

Historischer Laden in der Einkaufspassage Vittorio Emanuele mit ausgesuchten Artikeln für Raucher: neue und eingerauchte Pfeifen, Zigarren und Zubehör. Der Tabak wird in eigenen Befeuchtern aufbewahrt, um das Aroma und die Frische zu garantieren. Jetzt auch ein gut bestückter Online Shop.

> www.nolipipe.it

Architektur zwischen Blumensträußen

Wenn Sie einen unvergleichlichen Blumenstrauß schenken möchten, sind Sie hier an der richtigen Adresse. Am historischen Standort in der Via Manzoni, der von Guglielmo Ulrich entworfen wurde, wird die Wahl der Blumen zu einem besonderen Erlebnis. Kleine Schreibtische laden zum Schreiben der Billets zum Einfügen in das Bouquet ein.

> www.angeloradaelli.business.site

Achille Castiglioni

Alles wurde seit der Zeit des großen Maestro unverändert gelassen. Die Regale quellen über mit Gegenständen, Büchern, Prototypen. Dies ist den Erben zu verdanken, die alle Arbeiten und Materialien, die der erfolgreichen Aktivität der Castiglioni zuzuschreiben waren, archivierten. Es finden regelmäßig Ausstellungen, Konferenzen und Themenlesungen statt.

Corrente

In der ‚Casa delle Rondini‘, dem Schwalbenhaus, mit seiner Fassade aus farbigen Majolikafliesen von Ernesto Treccani, befindet sich der Sitz der Stiftung Corrente, in der eine Fachbibliothek und verschiedene Archivbestände aufbewahrt werden. Das Programm ist sehr vielfältig und umfasst Ausstellungen und Konferenzen, die von der politischen Philosophie bis zur Ästhetik, von der Kunstgeschichte zur Urbanistik, von der Psychoanalyse bis zur Literatur und vom Theater bis zur Fotografie reichen.

> www.fondazionecorrente.org

Dialog im Dunkeln

Es handelt sich um es eine Einrichtung,die sich um Sehbehinderte kümmert und sie unterstützt. Seit einigen Jahren wurde der experimentelle Pfad „Dialog im Dunkeln“ eingerichtet, eine vollkommen abgedunkelte Ausstellung, wo sich Besucher auf ihre anderen vier Sinne verlassen müssen, um die Räume zu erkunden. Nach Voranmeldung.

> www.dialogonelbuio.org > www.istciechimilano.it

Ein Platz für Kinder

Der gegen Ende des 17. Jh. erbaute Gebäudekomplex im Barockstil war ursprünglich der Friedhof des Krankenhauses Ca' Granda. Heute ist es eine öffentlich zugängliche Grünanlage und Veranstaltungsort von Sonderausstellungen und Kulturevents. Hier befindet sich auch das erste Kindermuseum der Stadt (MUBA) untergebracht. > www.lombardiabeniculturali.it/ architetture/schede/LMD80-00207/

Liebe zur Kunst

Diese auf Wunsch von Giorgio Carriero entstandene Stiftung ist nicht an eine private Sammlung gebunden, sondern erkundet unerforschte Grenzen. Ein Ort für Kunstbegeisterte, aber auch ein Treffpunkt, um über Gegenwartskunst nachzudenken. Die Räume wurden von der Freundin Gae Aulenti mitgestaltet.

> www.fondazionecarriero.org/it/

Ein Blick zum Himmelsgewölbe

Ulrico Hoepli „Eingeschlossen in den Organismus der Metropole und doch ein abgeschiedener Ort“. So beschreibt es Piero Portaluppi, der Architekt, der es entworfen hat. Das Planetarium wurde 1930 auf Wunsch des italienischschweizerischen Verlegers Ulrico Hoepli eingeweiht. Er gründete den gleichnamigen Verlag, der sich auf wissenschaftliche Schriften spezialisierte und schenkte der Stadt dieses Kleinod. > www.lofficina.eu

Eleganz und Forschung

Nina Yashar beschäftig sich seit jeher mit Design. Ihre Galerien sind für alle, die einmalige Projekte lieben, ein gesetzter Ort. Sie organisiert Themenausstellungen, veröffentlicht Bücher und unterstützt verschiedene Designer. Die Schaufenster in der Via Spiga sind optisch immer sehr ansprechend und sorgfältig gestaltet. Im Depot in der Via Jenner, einem ehemaligen Industrieareal, das von dem Architekten Massimiliano Locatelli neu gestaltet wurde, sind verschiedene Sammlungen effektvoll ausgestellt. Sehenswert.

> www.anacondamilano.com

Der Adel von damals

Der Film von Luca Guadagnino „I Am Love“ hat die vom Architekten Piero Portaluppi in den 30er Jahren geplante Villa wieder in den Vordergrund gerückt. In diesem Wohnhaus im Zentrum der Stadt, das von einem ruhigen Garten umgeben ist, spürt man noch die Atmosphäre des Mailand der Zwischenkriegszeit. In der Villa sind einige einmalige Kunstwerke ausgestellt. Auf Wunsch der Schwestern Necchi ist das Haus für die Öffentlichkeit zugänglich und wird vom FAI, der italienischen Denkmalund Umweltschutzstiftung verwaltet.

> www.fondoambiente.it/luoghi/ villa-necchi-campiglio

Hutskulpturen

Ein Atelier, in dem Hüte mit fantasievollem Design kreiert werden. Kleine und poetische Skulpturen zum Aufsetzen nach Maß. Die Hutdesignerin Antonina Nafi De Luca überarbeitet auch alte und nicht getragene Hüte. Diese Adresse ist ein Muss für alle Liebhaber von Hüten und Turbanen in limitierter Auflage. > www.altalen.it

Ein wenig Geschichte

Das von den Mailändern als ‚Ossario degli Innocenti‘ – Beinhaus der Unschuldigen – bezeichnete Gebäude wurde 1695 nach dem Einsturz der danebenstehenden Kirche errichtet, als der angrenzende Friedhof die Toten nicht mehr aufnehmen konnte. Hier wurden die Knochen in der schon bestehenden Kirche ‚Passione di Maria Vergine, San Sebastiano e Sant‘Ambrogio‘ untergebracht. Eine Kultstätte für Gebet und Andacht in der Geschichte der Stadt.

> www.sanbernardinoalleossa.it

Der Blumenstand

Auf den ersten Blick scheint es ein Stand wie jeder andere. Doch hier werden neben einer Auswahl an ausgesuchten Blumen höchster Qualität auch Aktivitäten zu Entwurf, Design und Inneneinrichtung mithilfe von dekorativen, wirkungsvollen Kreationen angeboten.

> www.fioraiomilano.com/fioraio-san-babila-milano/

Kunst zum Kennenlernen

Eine echte Institution in der Welt der Modernen Kunst. Seit mehr als 30 Jahren spielt sie eine wesentliche Rolle bei der internationalen Einführung italienischer Künstler und bei der Ausstellung internationaler Namen in Mailand. Vor Kurzem wurde in einer wunderschönen Wohnung des Architekten Piero Portaluppi ein neuer Ausstellungsraum eingerichtet, eine Ergänzung zu jenem an der Piazzetta Belgioioso. London, Hongkong und Paris sind weitere Städte, in denen Ausstellungsräume eröffnet wurden. Dazu kommt VSpace, eine virtuelle Galerie in Zeiten von Covid.

> www.massimodecarlo.com

Schöpfungen aus Resten

Luisa Cevese hat ihre Ausbildung in der Welt der Stoffe gemacht und 1996 Riedizioni gegründet, ein Label, das sich auf ihre Idee zur Verwendung zweier gegensätzlicher Materialien stützt: Stoffe und Kunststoff. Daraus entstehen originelle und edle Taschen, Tischtücher und Modeaccessoires. Auf Bestellung werden individuelle Stücke gefertigt.

> www.riedizioni.com

STADTTEIL MAGENTA

Galerie Ro

Eine ehemalige Krawattenfabrik ist nun dem Design gewidmet. Beeindruckende Räumlichkeiten, die sich gegen einen begrünten Innenhof öffnen. Unter der Leitung von Rossana Orlandi ist es auch Sitz von Guiltless Plastic, einem von Rossana und ihrer Tochter Nicoletta betreuten Projekt zur Verwertung von Restmaterial aus Kunststoff. Insidertipp. > www.rossanaorlandi.com

Süße Versuchungen

Die Marron Glacés von Giovanni Galli haben den Ruf, die besten der Stadt zu sein. Die Süßwarenfabrik stellt aber auch unvergleichlich gute Kirschpralinen, Schokoladekonfekt und Mandelgebäck her. Im Geschäft in Corso di Porta Romana steht noch die Holztheke aus dem ersten Laden. Alles wird wie in vergangenen Zeiten von Hand zubereitet. Eine Familientradition seit 1911. > www.giovannigalli.com

Panini für Feinschmecker

De Santis ist eine echte Institution. Seit 1964 werden auf 13 Quadratmetern leckere belegte Brötchen zubereitet. Es gibt mehr als 200 Varianten. Der Erfolg hat zur Eröffnung von anderen Lokalen geführt: im obersten Stock des Kaufhauses Rinascente und in Via Cesare Battisti, in unmittelbarer Nähe des Gerichtsgebäudes. > www.paninidesantis.it

Solo pizza

Im Meucci, einem Lokal ganz in der Nähe des Theaters Dal Verme, gibt es nur dreizehn Tische. Pizzaliebhaber kommen nicht wegen des Ambientes, sondern wegen der kleinen Pizza mit dünnem, gut ausgebackenem Boden. Freundliche Bedienung und gemäßigte Preise > Via San Giovanni sul Muro, 18 tel. 02 86450526

Ursprünge des Entwurfs

Eine Adresse für die Liebhaber der Geschichte und des Industriedesigns. Das umfangreiche Erbe, das hier aufbewahrt wird, umfasst das historische Designarchiv, aus dem Bestand der Danese (von 1957 bis 1991) und der Kunstsammlungen mit zahlreichen Werken von Bruno Munari (1927 bis 1996). > www.fondazionevodozdanese.org

Fondazione Portaluppi

Die Stiftung hat ihren Sitz in einem von Portaluppi entworfenen Gebäude aus den 30er Jahren. Hier hatte der Mailänder Architekt früher auch sein Büro. In zwei großen, meisterhaft restaurierten Sälen werden Ausstellungen und Konferenzen organisiert. Die umfassende Bibliothek und das Archiv mit Möbeln, Gegenständen, Filmen und Fotografien stehen für Studien und Forschungsarbeiten zur Verfügung. > www.portaluppi.org

The classical world

Die Adresse für klassische Musik in der Stadt. Noten, LP, CD und DVD mit dem Besten der musikalischen Produktion. Der Katalog von Edizioni Discantica ist ebenfalls erhältlich. > www.discantica.it > www.bottiglieriabulloni.it

Das Trompe-l’oeil von Bramante

In der kleinen Kirche Santa Maria presso San Satiro in der Nähe des Doms befindet sich ein echtes Juwel der Renaissance: der Chor von Bramante, ein Meisterwerk der illusionistischen Malerei. Sehenswert! > Via Torino 17

La Ca 'Granda

Das Projekt wird Filarete zugeordnet, der 1457 mit dem Bau des großen Mailänder Spitals begann. Die Arbeiten wurden im 17. Jh. fertiggestellt. Heute ist der quadratische Innenhof mit seiner beeindruckenden Größe Teil der staatlichen Universität der Stadt. Einen Besuch wert. > www.unimi.it/it

Konditorei und Imbiss im Zeichen der Mode

Eine der ältesten Konditoreien der Stadt, die sich seit Generationen mit Leidenschaft nur der höchsten Qualität widmet. Marchesi bietet Torten und Kuchen sowie Pralinen wie anno dazumal, aber auch leckere herzhafte Gerichte. Nach der Übernahme durch die Prada-Gruppe wurden zwei neue Standorte eröffnet: in Via Montenapoleone 9 und in der Galleria Vittorio Emanuele II. > www.pasticceriamarchesi.com

Franco Albini

Die Stiftung wurde am ursprünglichen Sitz des Büros von Franco Albini und Franca Helg in der Via Telesio 13 eingerichtet. Sie umfasst umfasst ca. 22.000 Skizzen, das Fotoarchiv mit 6.000 alten Fotos und 2.500 Dias, dazu noch Modelle, Schriften, Briefe, technische Berichte, Bücher und Zeitschriften aus dem Besitz der Bibliothek des Büros > www.francoalbini.com

Keramik in jeder Form

Eine Werkstatt, eine Galerie, ein Verlag und ein zweijährlich vergebener Preis. Hier dreht sich alles um die Welt zeitgenössischer Keramik. 20 internationale Künstler werden im Bereich Kunst und Design in Italien und im Ausland unterstützt. > www.officinesaffi.com

STADTTEIL NOLO

Das Viertel

Eine der ersten Markthallen der Stadt, erbaut 1933 mit einem sachlichen Gewölbe, das an die großen Bahnhöfe des 19. Jahrhunderts erinnert. Auch heute noch gibt es verschiedene Lebensmittelstände, ein apulisches Restaurant und ein kleines Café. Es ist das eigentliche Zentrum des lebendigen Stadtviertels Nolo. Viale Monza, 54

Peruvian taste

El Chiorrillano bringt die besten peruanischen Gerichte der Stadt auf den Tisch. Die Auswahl reicht von immer frischen Chevice bis zu Tiradito in vier Farben, einem typischen Gericht mit rohem Fisch, gelbem und rotem Chili. Unbedingt kosten sollte man den Willkommenscocktail Pisco Sour. Zum Abendessen gibt es auch lateinamerikanische Musik. Via Ferrante Aporti, 28 Tel. 02/2847802

Feinkostladen des Designs

Das erste Planungscafé in Mailand. Einerseits Graphic Design und Kommunikation, andererseits Aperitifs mit kleinen Wursthäppchen. Live-Musik. > www.salumeriadeldesign.com

Schmackhafte Überraschungen

Aus der Leidenschaft für Kaffee und Wein entsteht Caffineria. Am Morgen werden frische Croissants und heißer Kaffee serviert, während man am Computer arbeitet, am Abend kann man unbekannte Weine entdecken. An der Wand hängt eine Gitarre, für alle, die das Publikum spontan unterhalten möchten. > www.caffineria-milano.it

Mailand vertikal – 12 prägende Bauwerke

La Triennale di Milano Giovanni Muzio — 1931/33 Viale Alemagna 6

Bosco Verticale Stefano Boeri, Gianandrea Barreca e Giovanni La Varra — 2014 Torre De Castillia

Università Bocconi Giuseppe Pagano — 1936/42 Via Sarfatti 25

Campus Università Bocconi Studio SANAA — 2019 Via Castelbarco 27

Grattacielo Pirelli o Pirellone Gio Ponti — 1960 Via Fabio Filzi 22 – Piazzale Duca d’Aosta 5-7a

Casa Rustici Pietro Lingeri e Giuseppe Terragni 1933/35, Corso Sempione 36

Fondazione Feltrinelli Herzog&DeMeuron — 2016 Viale Pasubio e viale Crispi

Palazzo INA Piero Bottoni — 1953/58 Corso Sempione 33

Torre Prada Rem Koolhaas — 2018 Viale Isarco 2

Torre Velasca BBPR — 1961 Piazza Velasca 5

Palazzo Lombardia Pei Cobb Freed & Partners, Caputo Partnership, SDPartners — 2010 Piazza Città di Lombardia

Nuova Bocconi Grafton Architects — 2008 viale Guglielmo Röntgen 1

Skulpturen zum Anstecken

Ihre Schmuckstücke, hauptsächlich aus Bronze und von der Natur inspiriert, sind kleine modulare Skulpturen. Die berühmteste Kollektion, Pistilli, zeigt ihre maximale Ausdruckskraft in den Ringen. Aber die Kreativität von Monica Castiglioni ist unerschöpflich und fließt auch in die Fotografie ein. Sie lebt in Mailand und New York. > www.monicacastiglioni.com

STADTTEIL ISOLA

Unikate

Algranti Lab arbeitet hauptsächlich auf Bestellung und bietet verschiedene Stufen der ersonalisierung. Es werden recycelte Materialien wie Eisen und Holz verwendet, die jedes Stück einzigartig machen. Tische, Schränke, Küchen, Bücherregale entstehen in dieser Werkstatt und wollen entdeckt werden. > www.algrantilab.it

Wie im bazaar

African Oriental Craft wurde 1965 in Mailand gegründet und ist das Zentrum der eritreischen Gemeinschaft in Mailand. Dieser Treffpunkt ist eine Mischung aus islamischen Souks und arabischen Basaren. Groß- und Einzelhandel für ethnisches Kunsthandwerk mit Schwerpunkt auf Afrika und Orient. > www.aoc34.it

Hauptsächlich Jazz

Der Club, die Musik, das Restaurant. Das ist das Blue Note. Es gilt als eines der Mekkas der Jazzmusik und ist in der ganzen Welt für seine vielen Veranstaltungsorte bekannt (legendär ist jener in New York). Jährlich finden hier etwa 350 Veranstaltungen statt mit einem Wochenplan, der von Dienstag bis Sonntag zwei Konzerte pro Tag vorsieht. > www.bluenotemilano.com

STADTTEIL PAOLO SARPI

Skulpturen für die Ewigkeit

17 empfohlene Routen, eine Karte zur Orientierung und die Möglichkeit zur Buchung von Führungen. Ein echtes Freiluftmuseum. Der Zentralfriedhof „Cimitero Monumentale“ zählt aufgrund des hohen künstlerischen Werts der dort befindlichen Skulpturen und Architekturen zu den wichtigsten Friedhöfen in Italien und in Europa. > monumentale.comune.milano.it

The elegance of the project

Luisa delle Piane leitet die gleichnamige Galerie seit 1994. Ihr Gespür auf dem Gebiet der dekorativen Kunst und des Designs des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart ist einmalig. Sie kuratiert exklusiv Serien und Möbelstücke. Die Liebenswürdigkeit und Eleganz der Gastgeberin geben diesem besonderen Ort ein besonderes Flair. Vorbeischauen lohnt sich. > www.gallerialuisadellepiane.it

Chinesisches Streetfood

Wer an der Ravioleria Sarpi vorbeikommt, kann bei der ausschließlich handwerklichen Zubereitung der chinesischen, über Dampf gegarten Ravioli zusehen. Die Fleischfüllung stammt aus der nahegelegenen Metzgerei Sirtori, einem weiteren Fixpunkt der Stadt. Via Paolo Sarpi, 27

Wein und Poesie

Cantine Isola ist ein Ort, an dem es günstige Qualitätsweine für den intelligenten täglichen Konsum gibt. Natürlich werden auch edlere Etiketten angeboten. An der Theke gibt es leckere Häppchen zu einem Glas Wein. Jeweils dienstags werden Gedichte rezitiert, auch in Mailänder Dialekt. > www.cantineisola.com

STADTTEIL BRERA

Ein Garten inmitten der Stadt

Der botanische Garten von Brera wurde auf Wunsch von Maria Theresia von Österreich angelegt und bewahrt bis heute seinen ursprünglichen Charakter. Hier stehen einige jahrhundertalte Bäume wie die berühmten Ginkgo Biloba. Vor allem im Frühjahr lohnt sich ein Spaziergang. > www.ortibotanici.unimi.it/en/

Architektenentwürfe

Antonia Jannone ist auf Architekturzeichnung spezialisiert und wählt seit 1977 die Arbeiten von nationalen und internationalen Planern aus. Im Laufe der Jahre erweiterte sie ihre Interessensgebiete auf Bühnenbild und Design. Seit 2019 gibt es einen neuen Standort in Pietrasanta, Lucca. > www.antoniajannone.it

Die Welt der Zweiräder

Seit 1900 die richtige Adresse für alle Radfahrfreunde, egal ob für den Kauf oder die Reparatur. Im Geschäft Rossignoli am Corso Garibaldi kann man auch City-Bikes ausleihen. > www.rossignoli.it

Nach dem Theater

Eine kleine Theke am Eingang, wo man ein Gläschen trinkt, um auf seinen Tisch zu warten. Ein einzigartiges Ambiente mit Wandvertäfelung, wo regionale und lombardische Spezialitäten serviert werden. Nur für Stammgäste des Libera gibt es den Tisch vor der Küc